Vermögensaufbau 2026: Dr. Gerd Kommer über ETFs, Altersvorsorge und die Kosten der Geldanlage
Werbung | Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung der apoBank.
Vier Jahre sind seit dem letzten Besuch von Dr. Gerd Kommer im Praxisflüsterer Podcast vergangen. Damals sprach der Bestsellerautor und Finanzexperte mit Christian Henrici über Vermögensaufbau und finanzielle Bildung. Die Episode gehört bis heute zu den meistgehörten Folgen des Podcasts. Nun ist Gerd Kommer zurück und es gibt einiges zu besprechen. Denn seit dem letzten Interview haben sich die Rahmenbedingungen für private Anleger deutlich verändert.
Die Nullzinsphase ist vorbei, Aktien und ETFs haben in Deutschland an Bedeutung gewonnen und mit dem geplanten Altersvorsorgedepot steht eine neue Form der staatlich geförderten Altersvorsorge im Raum. Gleichzeitig beschäftigen Anleger weiterhin dieselben Fragen: Wie lässt sich langfristig Vermögen aufbauen? Welche Anlageprodukte sind sinnvoll? Und wie viel Rendite geht durch unnötig hohe Gebühren verloren?
Im ersten Teil des ausführlichen Interviews sprechen Christian Henrici und Dr. Gerd Kommer über diese Entwicklungen, über die Schwächen der Riester-Rente und darüber, warum wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Geldanlage wichtiger sind als vermeintlich gute Börsentipps.
Was sich beim Vermögensaufbau in den vergangenen Jahren verändert hat
Gerd Kommer beschäftigt sich seit rund 30 Jahren mit wissenschaftlich fundierter Geldanlage. Nach vielen Jahren im Bankgeschäft machte er sich mit 53 Jahren selbstständig und gründete eine unabhängige Vermögensverwaltung. Heute verwaltet sein Unternehmen nach eigenen Angaben rund 3,4 Milliarden Euro an Kundengeldern. Bekannt wurde Kommer vor allem durch seine Bücher, darunter „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“.
Sein Ansatz ist seit vielen Jahren derselbe: Anlageentscheidungen sollten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und nicht auf kurzfristigen Prognosen oder den Empfehlungen einzelner Finanzberater.
Was sich allerdings verändert hat, ist die Wahrnehmung bestimmter Anlageformen. Während Immobilien in Deutschland lange als bevorzugter Weg zum Vermögensaufbau galten und zwischenzeitlich auch Kryptowährungen große Aufmerksamkeit erhielten, sieht Kommer inzwischen eine deutlich größere Akzeptanz von Aktien und Aktienfonds.
Vor allem weltweit gestreute ETFs haben sich aus seiner Sicht als Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau etabliert. Immer mehr Privatanleger beschäftigen sich mit dem Aktienmarkt und nutzen kostengünstige Fonds, statt ausschließlich auf klassische Bankprodukte zu setzen.
Eine weitere Veränderung betrifft die Zinsen. Nach Jahren mit praktisch keinen Zinserträgen erhalten Sparer inzwischen wieder Zinsen auf vergleichsweise sichere Geldanlagen. Für Kreditnehmer hat diese Entwicklung allerdings eine andere Seite. Gerade Zahnärztinnen und Zahnärzte, die ihre Praxis finanzieren oder in Immobilien investieren, müssen höhere Finanzierungskosten berücksichtigen als während der Niedrigzinsphase.
Auch Private Equity spielt inzwischen eine größere Rolle. Anlageprodukte, die früher vor allem sehr vermögenden Investoren vorbehalten waren, werden zunehmend einem breiteren Publikum angeboten. Kommer betrachtet diese Entwicklung kritisch und weist darauf hin, dass die Interessen der Anbieter nicht zwangsläufig mit denen privater Anleger übereinstimmen.
Neben den Veränderungen am Kapitalmarkt sprechen Christian Henrici und Gerd Kommer über die wirtschaftliche Situation Deutschlands und die Herausforderungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Beide sehen die demografische Entwicklung und das geringe Wirtschaftswachstum als wichtige Faktoren für die langfristige Finanzierung der Altersvorsorge.
Umso wichtiger wird aus ihrer Sicht die Frage, wie Menschen zusätzlich privat Vermögen aufbauen können.
Das geplante Altersvorsorgedepot: Was soll besser werden als bei Riester?
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist das geplante Altersvorsorgedepot, das nach dem im Interview besprochenen Stand Anfang 2027 eingeführt werden soll. Es soll den langfristigen privaten Vermögensaufbau durch steuerliche Vorteile und staatliche Zulagen fördern.
Die Grundidee: Anleger investieren über einen längeren Zeitraum beispielsweise in Aktienfonds oder ETFs. Während der Ansparphase sollen bestimmte Erträge innerhalb des Depots steuerlich begünstigt bleiben. Zusätzlich sind staatliche Zuschüsse vorgesehen, unter anderem auch für Familien mit Kindern.
Gerd Kommer bewertet diesen Ansatz positiv. Besonders die Möglichkeit, langfristig in Aktien zu investieren und dabei steuerliche Vorteile zu nutzen, hält er für sinnvoll. Allerdings betont er auch, dass das Geld für die Altersvorsorge vorgesehen ist und deshalb nicht so flexibel verfügbar sein soll wie bei einem gewöhnlichen ETF-Sparplan.
Christian Henrici interessiert vor allem, ob die neue Regelung die Fehler der Riester-Rente vermeidet. Denn bei vielen Riester-Produkten haben hohe Gebühren und die vorgeschriebene Kapitalgarantie die Renditechancen erheblich eingeschränkt.
Kommer kritisiert insbesondere zwei Aspekte: die hohen Kosten vieler Verträge und die Kapitalgarantie, die Anbieter dazu zwang, das eingezahlte Kapital abzusichern. Diese Absicherung verursachte zusätzliche Kosten und begrenzte die Möglichkeiten, langfristig von steigenden Kapitalmärkten zu profitieren.
Beim geplanten Altersvorsorgedepot sieht er Verbesserungen. Im Gespräch verweist er auf eine vorgesehene Kostenobergrenze von einem Prozent pro Jahr. Gleichzeitig empfiehlt er Anlegern, sich nicht mit dieser Obergrenze zufriedenzugeben, sondern gezielt nach deutlich günstigeren Produkten zu suchen.
Denn gerade bei langfristigen Anlagen haben die laufenden Kosten einen erheblichen Einfluss auf das spätere Vermögen.
Kommer bringt seine Haltung dazu auf den Punkt:
„Kostenminimierung ist quasi die edelste Pflicht letztlich des Anlegers.“
Während sich die Entwicklung der Kapitalmärkte nicht zuverlässig vorhersagen lässt, können Anleger die Gebühren ihrer Finanzprodukte vergleichen und bei der Produktauswahl berücksichtigen.
Dr. Gerd Kommer verdeutlicht das anhand eines Rechenbeispiels: Schon ein halber oder ein ganzer Prozentpunkt Unterschied bei den jährlichen Kosten kann über mehrere Jahrzehnte zu erheblichen Unterschieden beim Endvermögen führen. Er nennt beispielhaft den Unterschied zwischen 500.000 und 300.000 Euro.
Entscheidend ist dabei der Zinseszinseffekt. Gebühren fallen nicht nur einmalig an, sondern verringern Jahr für Jahr das Kapital, das anschließend weiter investiert werden kann.
Für Anleger bedeutet das: Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, sollte sich nicht ausschließlich mit möglichen Renditen beschäftigen, sondern mindestens ebenso aufmerksam auf die Kosten seiner Geldanlage achten.
Warum Gerd Kommer beim Investieren auf ETFs setzt
Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews ist die Frage, warum Gerd Kommer weltweit gestreute Indexfonds und ETFs gegenüber aktiv gemanagten Fonds bevorzugt.
ETFs sind börsengehandelte Fonds, die häufig einen bestimmten Index nachbilden. Ein Aktienindex wie der MSCI World oder der S&P 500 bildet die Entwicklung einer festgelegten Gruppe von Unternehmen ab. Ein entsprechender Indexfonds investiert nach den Regeln dieses Index, ohne dass ein Fondsmanager laufend versucht, durch gezielte Kauf- und Verkaufsentscheidungen bessere Ergebnisse als der Markt zu erzielen.
Genau darin liegt für Kommer ein wesentlicher Vorteil.
Aktiv gemanagte Fonds beschäftigen Analysten und Fondsmanager, die versuchen, besonders attraktive Aktien auszuwählen und weniger aussichtsreiche Wertpapiere zu verkaufen. Diese Arbeit verursacht zusätzliche Kosten. Gleichzeitig zeigen nach Kommers Darstellung zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, dass aktive Fondsmanager den Markt langfristig häufig nicht übertreffen.
Die Kombination aus höheren Gebühren und ausbleibendem Renditevorsprung macht aktives Fondsmanagement aus seiner Sicht für viele Privatanleger unattraktiv.
Sein Fazit fällt entsprechend deutlich aus:
„Passiv schlägt aktiv. Es ist nicht ein schlechter Kompromiss, es ist die bessere Lösung.“
Neben den geringeren Kosten hebt Kommer weitere Eigenschaften von ETFs hervor. Dazu gehören ihre Transparenz, die Möglichkeit einer breiten Streuung über zahlreiche Unternehmen und die rechtliche Trennung des Fondsvermögens vom Vermögen der Fondsgesellschaft.
Im Gespräch erklärt er den sogenannten Sondervermögenscharakter von Investmentfonds. Geht eine Fondsgesellschaft insolvent, gehört das Fondsvermögen grundsätzlich weiterhin den Anlegern. Auch bei einer Insolvenz der Depotbank bleiben die verwahrten Wertpapiere grundsätzlich Eigentum der Depotinhaber.
Das unterscheidet Wertpapierdepots von gewöhnlichen Bankguthaben, für die andere rechtliche Schutzmechanismen gelten.
Allerdings bedeutet diese rechtliche Absicherung nicht, dass ETFs vor Kursverlusten geschützt sind. Die Wertentwicklung hängt weiterhin von den enthaltenen Anlagen ab. Ein Aktien-ETF kann bei fallenden Börsenkursen erheblich an Wert verlieren.
Kommer unterscheidet deshalb zwischen den Risiken der Fondsstruktur und den Risiken der jeweiligen Anlageklasse. Seine positive Bewertung bezieht sich insbesondere auf die Konstruktion und die Kostenvorteile von ETFs, nicht auf eine garantierte Rendite.
Auch die häufig diskutierte Frage nach einer möglichen ETF-Blase greift er auf. Kommer hält die Sorge, dass der zunehmende Anteil passiver Fonds den Markt bereits grundsätzlich gefährde, für unbegründet. Er verweist darauf, dass Indexfonds und ETFs gemessen am gesamten globalen Kapitalmarkt weiterhin nur einen Teil der Anlagen ausmachen.
Für ihn sind ETFs deshalb ein zentrales Instrument sowohl für den langfristigen Vermögensaufbau als auch für die Verwaltung bereits vorhandenen Vermögens.
Dabei macht er deutlich, dass Vermögensaufbau und Vermögensschutz unterschiedliche Aufgaben sind. Wer über Jahrzehnte Kapital ansparen möchte, hat andere Anforderungen an seine Geldanlage als jemand, der bereits ein größeres Vermögen besitzt und dieses langfristig erhalten und nutzen möchte.
Gerade für Zahnärztinnen und Zahnärzte ist diese Unterscheidung relevant. Neben dem privaten Vermögen spielen häufig auch die eigene Praxis, Praxisimmobilien, Finanzierungen und die persönliche Altersvorsorge eine Rolle.
ANZEIGE
Wie viel Potenzial steckt in Ihrer Praxis?
Viele Zahnarztpraxen verschenken im Schnitt 120.000 Euro Potenzial. Die Praxispotenzialanalyse der apoBank zeigt Ihnen, wo in Ihrer Praxis Chancen liegen, ob bei zusätzlichen Umsätzen, besseren Abläufen im Team oder der effizienten Nutzung der Räume. Gemeinsam mit einem Praxisberater der apoBank können Sie Ihren Praxiserfolg mit wenigen Stellschrauben nachhaltig steigern.
Wie diese verschiedenen Vermögensbestandteile sinnvoll zusammenspielen und welche Besonderheiten Zahnärzte beim Vermögensschutz berücksichtigen sollten, besprechen Christian Henrici und Dr. Gerd Kommer ausführlich im zweiten Teil ihres Interviews.
Der erste Teil zeigt bereits, dass erfolgreicher Vermögensaufbau nicht zwangsläufig komplizierte Finanzprodukte oder laufende Marktprognosen erfordert. Vielmehr kommt es nach Kommers Ansatz darauf an, wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen, langfristig zu investieren, Risiken angemessen zu streuen und unnötige Kosten zu vermeiden.
Wer seine Geldanlage kritisch hinterfragen möchte, findet in dieser Praxisflüsterer-Folge zahlreiche Anregungen und konkrete Erklärungen zu den wichtigsten Grundlagen des langfristigen Investierens.
Hinweis: Diese Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung.
Partner dieser Folge: apoBank
Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) ist die größte genossenschaftliche Primärbank und die Nummer eins unter den Finanzdienstleistern im Gesundheitswesen. Kunden sind die Angehörigen der Heilberufe, ihre Standesorganisationen und Berufsverbände, Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und Unternehmen im Gesundheitsmarkt. Die apoBank arbeitet nach dem Prinzip „Von Heilberuflern für Heilberufler“, d. h. sie ist auf die Betreuung der Akteure des Gesundheitsmarktes spezialisiert und wird zugleich von diesen als Eigentümern getragen. Damit verfügt die apoBank über ein deutschlandweit einzigartiges Geschäftsmodell.
apoBank – Die Bank der Gesundheit



