DLNS | KI Einsatz in der Denta1 Clinic – Teil 2: Die KI Lösung

KI in der Zahnarztpraxis: Daten sind wichtiger als jedes KI-Modell

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant. Fast wöchentlich erscheinen neue Modelle, neue Funktionen und neue Möglichkeiten. Doch bei aller Begeisterung gerät eine entscheidende Frage oft in den Hintergrund: Was bringt die beste KI in der Zahnarztpraxis, wenn die Datenbasis nicht stimmt?

Genau darüber sprechen Christian Henrici, Stefan Helka und Andreas Wutschka im zweiten Teil der Dental Late Night Show zum KI-Einsatz in der Denta1 Clinic. Dabei geht es nicht um Zukunftsvisionen, sondern um Lösungen, die bereits heute im Praxisalltag funktionieren.

 

Die Modellfrage wird immer unwichtiger

Noch vor wenigen Monaten wechselten viele Nutzende regelmäßig zwischen verschiedenen KI-Modellen. Heute sieht das anders aus.

Wer sich intensiv mit einem System beschäftigt, richtet Projekte, Arbeitsabläufe und Wissensdatenbanken ein. Dadurch entsteht eine komplette Arbeitsumgebung, die sich nicht mehr ohne Weiteres wechseln lässt.

Die eigentliche Herausforderung lautet deshalb nicht mehr: „Welches Modell ist das beste?“

Sondern: „Wie baue ich ein System auf, das langfristig funktioniert?“

 

Daten sind der eigentliche Wettbewerbsvorteil

Ein zentraler Gedanke der Episode lautet: KI in der Zahnarztpraxis ist nur so gut wie die Daten, mit denen sie arbeitet.

Deshalb hat Denta1 in den vergangenen Monaten zunächst die Datenbasis aufgebaut. Patientenverwaltung, Telefonanlage, Controlling, Feedbacksysteme und weitere Softwarelösungen liefern strukturierte Informationen in eine gemeinsame Plattform. Dort werden die Daten bereinigt, vereinheitlicht und täglich aktualisiert.

Erst auf dieser Grundlage entsteht echter Mehrwert.

 

Vom Dashboard zum Praxisbetrieb

Aus den gesammelten Daten entstand Schritt für Schritt ein eigenes Betriebssystem für die Praxis. Statt einzelne Kennzahlen isoliert auszuwerten, laufen alle wichtigen Informationen an einer Stelle zusammen.

Dazu gehören unter anderem:

  • aktive und inaktive Patient:innen
  • offene Heil- und Kostenpläne
  • Auslastung der Prophylaxe
  • Recall-Potenziale
  • Patientenzufriedenheit
  • Mitarbeiterzufriedenheit
  • Auslastung der Behandelnden

Das Ziel ist klar:

Nicht mehr nur wissen, wo Probleme entstehen, sondern direkt Maßnahmen ableiten.

 

Patient:innen sind nicht alle gleich

Ein besonders spannendes Beispiel ist das Patientenscoring. Jeder Patient, jede Patientin erhält anhand objektiver Kriterien automatisch eine Bewertung.

Bewertet werden unter anderem:

  • Termintreue
  • Prophylaxe-Frequenz
  • Bonität
  • Umsatz
  • Umsatz pro Stunde
  • Zusatzversicherung
  • individuelle Tags

Dadurch entstehen verschiedene Patientengruppen. Dieses Scoring ermöglicht es, Serviceleistungen gezielt zu steuern. Beispielsweise können besonders „wertvolle“ Patient:innen persönlich an Termine erinnert werden, während andere automatisierte Erinnerungen erhalten.

Das sorgt für effizientere Abläufe und verbessert gleichzeitig das Serviceerlebnis.

 

Was die Daten tatsächlich zeigen

Besonders eindrucksvoll wird der Nutzen beim Blick auf die Auswertungen. Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Patientengruppen.

A-Patient:innen erscheinen deutlich zuverlässiger zu ihren Terminen, erzielen höhere Umsätze und benötigen weniger organisatorischen Aufwand.

D-Patient:innen verursachen dagegen überdurchschnittlich viele Terminausfälle.

Diese Transparenz verändert die Art, wie Praxen ihre Kapazitäten planen.

 

Heil- und Kostenpläne endlich strukturiert nachverfolgen

Ein weiteres zentrales Thema der Episode ist das Management von Heil- und Kostenplänen. In vielen Praxen gehen genehmigte oder unterschriebene Pläne im Alltag unter. Denta1 bildet deshalb den gesamten Prozess digital ab.

Jeder Plan durchläuft klar definierte Phasen:

  • erstellt
  • unterschrieben
  • genehmigt
  • durchgeführt

Zusätzlich dokumentiert das System Kontaktversuche, Wiedervorlagen und den aktuellen Status.

Dadurch wird kein Heil- und Kostenplan mehr dem Zufall überlassen.

 

KI als nächster Entwicklungsschritt

Aktuell unterstützt die Plattform bereits zahlreiche Arbeitsabläufe. Der nächste Schritt besteht darin, KI direkt mit diesen strukturierten Daten arbeiten zu lassen.

Langfristig soll die KI beispielsweise beantworten können:

  • Welche Heil- und Kostenpläne sollten heute priorisiert werden?
  • Welche Patient:innen eignen sich für kurzfristige Termine?
  • Wann sollte Marketing hoch- oder heruntergefahren werden?
  • Wann wird zusätzlicher Personalbedarf entstehen?

 

Die Datenbasis dafür existiert bereits.

 

Das wichtigste Learning zu KI in der Zahnarztpraxis

Die größte Erkenntnis dieser Episode lautet: Nicht die KI verändert die Praxis, sondern saubere Daten verändern die Praxis.

Erst wenn Informationen vollständig, aktuell und strukturiert vorliegen, kann künstliche Intelligenz ihr Potenzial entfalten. Genau deshalb investiert Denta1 zunächst in Datenqualität und Prozesse und setzt die KI erst dort ein, wo sie echten Mehrwert schafft.

Wer Digitalisierung nachhaltig denkt, beginnt nicht mit dem neuesten KI-Modell. Er beginnt mit den richtigen Daten.

 

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